Wann haben Kälber Hitzestress?
Hohe Temperaturen belasten nicht nur Kühe, sondern auch Kälber. Bereits in den ersten Lebenswochen kann Hitzestress Gesundheit, Wachstum und spätere Leistung beeinträchtigen. Erfahren Sie, wie Sie Hitzestress erkennen und Ihre Kälber wirksam schützen.
Hitzestress bei Kälbern: Ab wann wird Hitze zum Problem?
Hitzestress entsteht, wenn mehr Wärme aufgenommen wird, als abgegeben werden kann. Entscheidend ist dabei nicht allein die Außentemperatur, sondern das Zusammenspiel aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Luftbewegung. Vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit erschwert die Wärmeabgabe und verstärkt die Belastung. Deshalb wird zur Beurteilung des Hitzestresses der Temperatur-Feuchte-Index (THI) verwendet. Bereits bei moderaten Temperaturen von 20 °C können Kälber unter Hitzestress leiden.
Übersicht der Temperaturbereiche bei Kälbern:
- Thermoneutraler Bereich: 5 – 20 °C
- Beginn leichter Hitzestress: ab etwa 20 °C
- Beginn Hitzestress: ab etwa 25 °C
- Normale Körpertemperatur: 38,5 – 39,5 °C
Erste Anzeichen von Hitzestress beim Kalb
Ein typisches Anzeichen für Hitzestress ist eine erhöhte Atemfrequenz. Während ein gesundes Kalb in Ruhe etwa 30 bis 45 Atemzüge pro Minute zeigt, steigt die Frequenz unter Hitzestress deutlich an. Die Tiere beginnen zu hecheln, um überschüssige Wärme über die Atmung abzugeben.
Gleichzeitig sinkt häufig die Futteraufnahme. Dies ist eine natürliche Anpassungsreaktion des Körpers, um die interne Wärmeproduktion zu reduzieren. Weniger Futter bedeutet jedoch auch weniger Energie für Wachstum und Immunabwehr. Das sorgt für eine höhere Krankheitsanfälligkeit und geringere Zunahmen.
Kälber brauchen Wasser!
Unter Hitzestress verlieren Kälber deutlich mehr Flüssigkeit über Atmung und Verdunstung. Dieser Verlust muss ausgeglichen werden. Eine gute Wasserversorgung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Hitzestress. Eine aktuelle Studie fand heraus, dass Kälber, die unter Hitzestress leiden die Wasseraufnahme etwa um 60 % steigern (Neves et al., 2025).
Deshalb gilt besonders an heißen Tagen:
- Jederzeit Zugang zu frischem Wasser
- Ausreichend saubere Tränken
- Tägliche Reinigung der Eimer und Tränken
- Konsequente Kontrolle der Wasserqualität
Hitzestress beeinflusst den Stoffwechsel
Hitzestress hat bei Kälbern einen Einfluss auf die Nährstoffverwertung. Die Verdaulichkeit von Fett ist deutlich reduziert. Außerdem ist bei hitzegestressten Kälbern die Essig- sowie Propionsäurekonzentration im Pansen deutlich geringer. Diese Säuren sind jedoch elementar für die Pansenentwicklung.
Kälber investieren unter Hitzestress viel Energie in:
- Wärmeabgabe
- Gesteigerte Atmung
- Aufrechterhaltung der Körpertemperatur
- Flüssigkeits-& Elektrolythaushalt
Dadurch stehen weniger Energie und Stoffwechselkapazitäten für Wachstum und Immunabwehr zur Verfügung. In der Konsequenz steigt die Gefahr für Grippe- oder Lungenerkrankungen und bakterielle Sekundärinfektionen. Besonders gefährdet sind Kälber mit bereits bestehenden Gesundheitsproblemen wie Durchfall oder Atemwegserkrankungen.
Hitzestress und Energiemangel: Langfristige Folgen
Sinkende Futteraufnahme bei gleichzeitig erhöhtem Energiebedarf führt häufig zu einer negativen Energiebilanz.
Die Folgen sind:
- Geringere Tageszunahmen
- Verzögertes Wachstum
- Erhöhte Krankheitsanfälligkeit
- Höhere Aufzuchtkosten
Die verminderte Energieverfügbarkeit kann Wachstum und Tageszunahmen beeinträchtigen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Hitzestress die Immunfunktion verändert und die Widerstandskraft gegenüber Krankheitserregern vermindern kann. Insbesondere Kälber mit Durchfall sind besonders gefährdet, da sie bereits einen hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust haben. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist hier essenziell. Wichtig ist vor allem die Stabilisierung des Darms. Probiotika im Milchaustauscher wirken positiv auf das Darmmikrobiom.
Langfristig können die Auswirkungen sogar bis in die erste Laktation reichen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Hitzestress während der Aufzucht und auch schon beim ungeborenen Kalb die spätere Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst. Tiere, die als Kälber Hitzestress ausgesetzt waren, zeigen häufig geringere Leistungen.
Was tun gegen Hitzestress bei Kälbern?
- Standortwahl der Kälber: Dauerhaft Schatten gewährleisten – auch für Iglus
- Luftbewegung durch Ventilatoren steigern
- Fütterung in den kühleren Abend- und Morgenstunden
- Schmackhaftes Kälbermüsli oder Kälber-TMR täglich frisch vorgelegen
- Täglich ausreichend frisches & qualitativ hochwertiges Wasser anbieten
- Maßnahmen wie Enthornen oder Impfen auf die kühleren Stunden verlegen
Sanolac Startino® gibt Kälbern Energie an heißen Tagen
Gerade bei hohen Temperaturen ist eine ausreichende Versorgung mit Energie und funktionellen Nährstoffen wichtig. Sanolac Startino® liefert mit dem enthaltenen Milchzucker schnell verfügbare Energie. Die spezielle Fettaufbereitung unterstützt eine gute Verdaulichkeit. Ergänzt wird die Rezeptur durch Probiotika sowie eine abgestimmte Kombination aus Vitaminen und Wirkstoffen zur Unterstützung der Darmfunktion und der Widerstandskraft.
Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Hitzestress bei Kälbern?
Dann wenden Sie sich gerne direkt an Ihre:n persönliche:n Sano-Fachberater:in.