Trockensteher richtig füttern – so geht’s!

Immer wieder haben Betriebe nach den heißen Sommermonaten im Herbst mit Fruchtbarkeitsproblemen in ihrer Milchviehherde zu kämpfen. Wie Sie Ihre Tiere in dieser Zeit am besten unterstützen können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Immer wieder haben Betriebe nach den heißen Sommermonaten im Herbst mit Fruchtbarkeitsproblemen in ihrer Milchviehherde zu kämpfen. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, im Sommer den Fokus auf die Fütterung der Trockensteher zu schärfen. Denn ein guter Start in die neue Laktation ist der Baustein für fruchtbare Kühe. Wie Sie Ihre Tiere in dieser Zeit am besten unterstützen können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Die Trockenstehphase

Der erste Tag der neuen Laktation ist nicht der erste Tag nach der Kalbung, sondern der erste Tag des Trockenstellens, denn im Trockenstand bereitet sich die Kuh auf die Abkalbung und die kommende Laktation vor. Das Euter erholt sich, der Stoffwechsel wird optimal auf die Hochleistungsphase in der Frühlaktation vorbereitet. So kann die Milchkuh mit einem gesunden, leistungsfähigen Pansen und gesunder Körperkondition in die kommende Laktation starten. 

Pansen gesund und leistungsfähig halten

Der Pansen ist und bleibt der Schlüssel für eine erfolgreiche Rinderfütterung. Auch während des Trockenstands. Als Kraftwerk der Kuh muss der Pansen zum Beginn der Laktation gesund und leistungsfähig sein. Das Ziel im Trockenstand ist es daher, die Pansengesundheit und die Pansenzotten bestmöglich zu erhalten und zu fördern. Als Leitsatz gilt: Jede Komponente jeden Tag füttern. Ein gesunder, leistungsfähiger Pansen wird durch eine ausgeglichene Ration mit ausreichend Energie, Protein und Faserkomponenten erreicht. Entscheidend dafür ist auch die Kenntnis der Inhaltsstoffe und Verdaulichkeiten der eingesetzten Grundfuttermittel. So kann die Ration optimal auf die Bedürfnisse der trockenstehenden Kuh abgestimmt werden. Außerdem hilft der Einsatz von Lebendhefen dabei, die Pansenfunktion bestmöglich zu unterstützen.

Auswahl der Fütterungsstrategie im Trockenstand

Wie können Sie dem Auftreten von Milchfieber vorbeugen? Die gute Nachricht lautet: Mit einer angepassten Trockensteherfütterung. Für die Fütterung in der Trockenstehzeit gibt es verschiedene Konzepte. Grundsätzlich gilt es, zwischen einer ein- oder zweiphasigen Fütterung zu unterscheiden. Dabei gibt es mehrere Faktoren, welche bei der Entscheidung für das richtige Fütterungskonzept auf Ihrem Betrieb beachtet werden müssen. Anzahl der Tiere, verfügbare Futterkomponenten, Betriebsabläufe sowie die Möglichkeit der räumlichen Trennung von zwei Trockenstehergruppen sind dabei die offensichtlichsten.

Die Rolle von Calcium rund um die Abkalbung

Die Aufgaben von Calcium im Organismus sind vielfältig, wie z.B. Baustoff von Knochen und Zähnen und Muskelkontraktion. Die Aufnahme von Calcium steuert der Organismus über Hormone (Parathormon, Calcitonin). In der Laktation ist der Calciumbedarf einer Milchkuh hoch, da über die Milch viel Calcium abgegeben wird. In der Trockenstehphase ist der Calciumbedarf daher naturgemäß gering. Die Aufnahme von Calcium im Organismus durch die Transportkanäle im Darm wird in dieser Phase reduziert. Steigt nun der Calciumbedarf mit Beginn der neuen Laktation wieder stark an, dauert es einige Tage, bis sich die Calciumaufnahme wieder an den Bedarf angepasst hat. In dieser Zeit kann es daher schnell zu einem Calciummangel und Milchfieber kommen.

Milchfieber vorbeugen

Milchfieber und das damit verbundene Festliegen entsteht durch einen akuten Calciummangel, welcher aufgrund der hohen Milchbildung zu Beginn der Laktation entsteht. Mit einer angepassten Trockensteherfütterung kann der Calciumstoffwechsel der Kuh jedoch sehr gut auf diese Situation vorbereitet werden. Der Schlüssel liegt in der Mineralstoffversorgung. Besser gesagt im Verhältnis von Natrium und Kalium (positive Kationen) zu Chlorid und Schwefel (negativ geladene Anionen). Dieses Verhältnis wird als DCAB (diätische Kationen-Anionen-Bilanz) bezeichnet. Was kompliziert klingt, ist denkbar einfach umzusetzen. Im Trockenstand wollen wir eine möglichst niedrige DCAB, also tendenziell mehr Chlorid und Schwefel. Dies kann durch den Einsatz saurer Salze erreicht werden. Dadurch wird die Aufnahme von Calcium auch während des Trockenstands hochgehalten. Sogenannte Transporter für Calcium in der Darmwand bleiben erhalten und leistungsfähig. Die Sano Mineralfutterkomplettlösungen für Trockensteher, Mipro® Pren 250 und Mipro® Pren 400, enthalten neben einer vollwertigen Mineralstoff- und Vitaminausstattung auch saure Salze zur Milchfieberprophylaxe sowie Lebendhefen, um die Pansenfunktion zu unterstützen. Mit einem Produkt erhalten Ihre Trockensteher alles, was sie in dieser Zeit benötigen, um sich bestmöglich auf die Abkalbung und die Laktation vorzubereiten.

Mischgenauigkeit, Futteraufnahme und Selektion kontrollieren

Auch in der Trockensteherfütterung ist ein regelmäßiges Controlling am Futtertisch von größter Wichtigkeit. Durch den höheren Einsatz von Grundfutter und Faserkomponenten wie Stroh ist die homogene Mischung sehr wichtig, damit auch jede Kuh den ihr zustehenden Anteil Kraft- und Mineralfutter inklusive der eingesetzten sauren Salze erhält. Bei der häufig eingesetzten Faserkomponente Stroh ist neben der Qualität auch die Häcksellänge von großer Bedeutung. Denn langes Stroh wird nicht gerne gefressen. Auch die Mineralstofflieferung von Stroh, vor allem von Kalium, gilt es zu bedenken. Hier schafft die NIR+ & X-elements Analyse im Sano Labor Klarheit. Im Allgemeinen ist es wichtig zu kontrollieren, wie die Ration gefressen wird, ob die Futteraufnahme passt und ob die Tiere selektiv fressen. Auch eine Veränderung der Trockensubstanz Ihrer Silagen kann maßgebliche Änderungen in der Fütterung hervorrufen, behalten Sie also auch diese stets im Blick.

Die Fütterung in der Trockenstehphase bildet einen der Grundbausteine für eine gesunde, leistungsstarke und fruchtbare Milchviehherde. Besonders in den Sommermonaten sollte der Fokus auf die Trockensteher nochmals geschärft werden, um Einbußen der Fruchtbarkeit im Herbst zu umgehen. Möchten auch Sie die Fütterung Ihrer Trockensteher optimieren? Dann wenden Sie sich gerne direkt an Ihre:n persönliche:n Sano Fachberater:in.


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Welche Aspekte in der zweiphasigen Trockensteherfütterung zu beachten sind, lesen Sie hier.

Im Artikel „Die Abkalbung – wie kann ich meine Tiere unterstützen?“ erfahren Sie, wie Sie Ihre Tiere nach der Abkalbung bestmöglich unterstützen und eine hohe Futteraufnahme fördern können.

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