Rindergrippe im Kälberstall - Teil 2: Aufzuchtkälber optimal schützen
Prävention steht bei Rindergrippe an erster Stelle. Welche Stellschrauben Sie bei der Fütterung drehen können, lesen Sie hier.
Rindergrippe (EBP) ist neben Durchfallerkrankungen eine der am häufigsten im Kälberstall auftretenden Krankheiten. Wird sie nicht frühzeitig entdeckt und behandelt, stehen die Heilungschancen schlecht und selbst genesene Kälber zeigen langfristig negative Folgen, wie einer langsameren Entwicklung, einem höheren Erstkalbealter und deutlich verringerter Milchleistung. Mehr zu den Ursachen, Symptomen und allgemeinen Möglichkeiten der Vorbeugung haben wir Ihnen im ersten Artikel dieser Reihe kompakt und einfach zusammengefasst.
Krankheitsvorbeugung hat oberste Priorität. Neben der Tierbeobachtung und Umweltfaktoren hat bei der Vorbeugung auch die Fütterung einen sehr großen Einfluss. Mit der optimalen Fütterung Ihrer Kälber erhalten und stärken Sie alle Stoffwechselprozesse im Kalb. Das fördert nicht nur das Wachstum und die Entwicklung, sondern auch das Immunsystem. Wir zeigen Ihnen hier, worauf es bei der Versorgung Ihrer Aufzuchtkälber ankommt – von Anfang an.
1. Kolostrum: Hier zählt Masse und Klasse
Die richtige Versorgung mit Kolostrum ist essenziell für die Kälbergesundheit. Erst über das Kolostrum nimmt das Kalb die für die Krankheitsabwehr benötigten Immunglobuline auf. Darum zählen hierbei zwei Dinge: Menge und Qualität. Für eine ausreichende Immunisierung werden ca. 200 g Immunglobuline benötigt. Bei Kolostrum guter Qualität (> 60 g Immunglobuline / l) entspricht das 3,33 Litern Kolostrum, welches das Kalb innerhalb der ersten 3 – 4 Lebensstunden aufnehmen sollte. Ist die Qualität schlechter, muss das Kalb entsprechend mehr Kolostrum aufnehmen. Die Aufnahmekapazität ist jedoch begrenzt. Alternativ können Sie das Kolostrum mit Hilfe von CotosanPlus® qualitativ aufwerten. Der Kolostrumaufwerter liefert sowohl Immunglobuline als auch Antikörper. Außerdem enthält er alle wichtigen Vitamine, Selen und Probiotika für die Darmgesundheit. So ergänzt es praktisch und einfach die Biestmilch und ermöglicht einen gesunden Start ins Leben.
2. Kritische Phase: Erste Lebenswoche
Gerade in der ersten Lebenswoche ist es wichtig, dass die Kälber ausreichend und vor allem kontinuierlich mit Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt werden. Nur so können Sie sich gesund und entsprechend ihres genetischen Potenzials entwickeln. Fehlt ein Nährstoff, Vitamin oder Mineralstoff, hat dies stets Konsequenzen: Kurzfristig für die Gesundheit, mittelfristig für Wachstum und Entwicklung und auch langfristig können Gesundheitsstatus, Fruchtbarkeit und Leistung beeinträchtigt sein. Bei der Vollmilchtränke ist dies nicht immer gegeben. Milchinhaltsstoffe können stark variieren und Vollmilch enthält nicht alle Spurenelemente in ausreichender Menge. Um diesen Problemen vorzubeugen, empfehlen wir in jedem Fall einen Vollmilchaufwerter, wie z.B. Latteccino® zu verwenden. Latteccino® wurde speziell für die Vollmilchtränke entwickelt. Es enthält nicht nur alle wichtigen Spurenelemente wie Eisen und Kupfer, sondern unterstützt mit Kolostrum, Leinsamenschrot und Milchsäurebakterien auch die Darmgesundheit Ihrer Kälber.
3. Kontinuierliche und gleichbleibende Versorgung
Auch in der folgenden Tränkephase ist die optimale und vor allem kontinuierliche Versorgung an Nährstoffen und Spurenelementen essenziell. Denn sollte ein wichtiger Nährstoff oder ein essenzielles Spurenelement fehlen, kann das Immunsystem oder die Entwicklung des Kalbes nicht mehr optimal funktionieren. Vollmilch hat dabei den Nachteil, dass sie täglich in ihren Milchinhaltsstoffen variieren kann. Außerdem hat Kuhmilch züchterisch bedingt heute mehr Fett als Eiweiß. Für eine optimale Entwicklung benötigen Kälber jedoch mehr Eiweiß als Fett. Wesentlich sind auch die Gehalte an Mineralstoffen und Spurenelementen. Hier kann Vollmilch den Bedarf des Kalbes nicht mehr decken. Daher ist bei der Vollmilchtränke der Einsatz eines Aufwerters absolut notwendig. Abbildung 1 zeigt die unterschiedliche Bedarfsdeckung an Mineralen und Spurenelementen bei Vollmilch (grau) im Vergleich zu einer passenden Kälbermilch (gelb). Außerdem sind die Mangelerscheinungen bei nicht bedarfsdeckender Versorgung dargestellt.
Abbildung 1: Der Vergleich von Kuhmilch und Sano Kälbermilch im Hinblick auf die enthaltenen Nährstoffe und die benötigte Menge zur Bedarfsdeckung.
Wir empfehlen daher den Einsatz einer hochwertigen Kälbermilch auf Basis von Magermilch- und Süßmolkepulver sowie eine Ad-libitum Tränke. Magermilchpulver enthält viel hochverdauliches Eiweiß, sodass dies bestmöglich im Stoffwechsel für Wachstum und Entwicklung genutzt werden kann. Die Sano Kälbermilch sichert zuverlässig den Bedarf an Vitaminen, Mineralen und Spurenelementen. AromiMilch® sorgt für höchste Schmackhaftigkeit und Akzeptanz. Wir empfehlen daher den Einsatz von Sanolac Startino® oder das bereits angesäuerte Kälbermilchpulver Sanolac® Sprint.
Generell sind während der gesamten Tränkephase eine einwandfreie Tränkhygiene und die richtige Dosierung von größter Bedeutung!
4. Übergang zu Festfutter meistern
Mit dem Wachstum des Kalbes entwickelt sich auch der Pansen. Um nach dem Absetzen einen gleitenden Übergang zur Festfutteraufnahme zu erreichen, ist die Entwicklung des Pansens bereits während der Tränkephase ein wichtiger Punkt. Bieten Sie daher schon ab dem 3. Lebenstag einen geeigneten und schmackhaften Kälberstarter, wie Meggi Müsli® oder eine hofeigene Kälber-TMR, an. Mit Meggi® 10 Forte können Sie Ihre Kälber-TMR zudem einfach und sicher mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralen und Wirkstoffen ergänzen. Gleichzeitig fördern Bierhefe und unser natürlicher Wirkstoff AromiMilch® die Schmackhaftigkeit und Futteraufnahme. Beide Produkte enthalten zudem Leinsamen, um die Darmgesundheit zu fördern.
Gesunde und widerstandsfähige Kälber sind die Leistungskühe von morgen. Sano hat daher nicht nur spezielle Produkte für die optimale Entwicklung Ihrer Kälber entwickelt, sondern auch ein wirkungsvolles und in der Praxis erprobtes Fütterungskonzept konzipiert.
Wenden Sie sich gerne an Ihre:n Sano Fachberater:in und erfahren Sie mehr.