Hitzestress bei Milchkühen – Ursachen, Symptome und Maßnahmen

Sinkende Futteraufnahmen, vermehrtes Stehen und eine hohe Wasseraufnahme sind sichtbare Auswirkungen von Hitzestress. Wie genau kommt es zu Hitzestress und was sind die effektivsten Maßnahmen, um die Belastung bei hohen Temperaturen zu minimieren?

Titelbild Blogartikel zu Hitzestress bei Milchkühen

Wie kommt es zu Hitzestress?

Kühe haben nur eine begrenzte Fähigkeit zur Schweißbildung und damit zur Wärmeabgabe über die Haut. Wenn die Wärmeaufnahme größer ist als die Wärmeabgabe, muss der Organismus andere Mechanismen zur Kühlung aktivieren. Eine wichtige Maßnahme ist die Steigerung der Atemfrequenz, wodurch überschüssige Wärme über die Atemwege abgegeben wird.

Auswirkungen auf den Säure-Basen-Haushalt

Durch die erhöhte Atemfrequenz wird ebenfalls vermehrt Kohlendioxid (CO₂) abgeatmet. Dadurch sinkt der CO₂-Partialdruck im Blut. In der Folge kommt es zu einer Verschiebung des Säure-Basen-Haushalts in Richtung einer respiratorischen Alkalose, bei der der Blut-pH-Wert ansteigt.

Da der Blut-pH-Wert jedoch streng reguliert wird, versucht der Körper gegenzusteuern. Die Niere scheidet deshalb vermehrt Bicarbonat (HCO₃⁻) aus, um das Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen. Bicarbonat stellt die wichtigste Puffersubstanz im Organismus dar.

Folgen für den Pansen

Sinkt die Bicarbonatkonzentration im Blut, steht auch weniger Bicarbonat für die Speichelbildung zur Verfügung. Bicarbonat ist ein wesentlicher Bestandteil des Speichels und entscheidend für die Pufferung des Pansens.

Gleichzeitig führt das verstärkte Hecheln zu einem erhöhten Speichelverlust, wodurch zusätzlich Puffersubstanzen verloren gehen. Die Folge ist eine verminderte Pufferkapazität im Pansen, sodass der pH-Wert leichter absinkt. Dadurch steigt das Risiko für eine Pansenacidose.

Verändertes Fressverhalten verstärkt das Risiko

Häufig fressen Kühe bei hohen Temperaturen seltener, nehmen pro Mahlzeit jedoch größere Futtermengen auf (Slug Feeding). Gleichzeitig sinkt die Wiederkauaktivität, wodurch die Speichelproduktion und damit die natürliche Zufuhr von Puffersubstanzen weiter abnimmt.

Somit wirken bei Hitzestress mehrere Effekte zusammen: Die Futteraufnahme sinkt, die Speichelbildung und die Bicarbonatversorgung des Pansens nehmen ab, während gleichzeitig die Anforderungen an das körpereigene Puffersystem steigen. Dadurch erhöht sich das Risiko für Verdauungsstörungen und Leistungseinbußen deutlich.

Pansenpuffer als Unterstützung bei Hitzestress

Eine gezielte Erhöhung der Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB) trägt dazu bei, die Pufferkapazität des Organismus zu erhöhen und den negativen Auswirkungen von Hitzestress entgegenzuwirken. Mit SanBuffer® wird die DCAB stark angehoben. Durch die Kombination wirkungsstarker Pufferkomponenten wird der Pansen pH-Wert über einen längeren Zeitraum stabilisiert. Zudem wird der erhöhte Natrium- und Kaliumbedarf im Sommer gedeckt.

Verbesserung der Luftzirkulation

Bei erhöhten Temperaturen im Sommer muss die Wärmeabgabe der Kühe bestmöglich unterstützt werden. Eine wirksame Maßnahme ist die Verbesserung der Luftzirkulation im Stall. Ventilatoren erhöhen die Luftgeschwindigkeit und sorgen für den Abtransport angestauter warmer und feuchter Luft. Das reduziert die Hitzebelastung und unterstützt die körpereigene Thermoregulation.

Managementmaßnahmen zur Entlastung der Tiere

Zudem ist es ratsam, die Fütterung in die kühleren Abend- und frühen Morgenstunden zu verlegen. Da sich Mischrationen bei hohen Temperaturen schneller erwärmen, sollte zudem auf eine optimale Futterhygiene geachtet werden. Die tägliche Reinigung der Futtertische spielt hier eine wichtige Rolle. Häufig sind stabilisierende Zusätze in der Ration sinnvoll, um das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen zu unterdrücken und die aerobe Stabilität der TMR zu verbessern. Dazu eignet sich das Wirkstoffkonzentrat Acid Protect TMR®, das durch seine einfache Anwendung überzeugt und zudem nicht korrosiv ist.

Wasserversorgung sicherstellen

Die Versorgung mit frischem, hygienisch einwandfreiem Wasser in ausreichender Menge ist vor allem im Sommer unerlässlich. Aufgrund des erhöhten Wasserbedarfs unter Hitzestress sollten jederzeit ausreichend Tränken mit hohen Wasserflussraten zur Verfügung stehen. Vor allem für rangniedere Tieren muss der Zugang zu einer Tränke möglich sein.

Für weitere Fragen kontaktieren Sie Ihre:n Sano-Fachberater:in.

 

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