Faserverdaulichkeit bei Hitzestress: Mehr Leistung trotz hoher Temperaturen

Besonders an heißen Tagen kommt der Qualität des Grundfutters eine noch größere Bedeutung als sonst zu, da die Faserverdauung im Tier die meiste Wärme produziert. Grundsätzlich gilt bei der Beurteilung der Faserverdaulichkeit: Je höher, desto besser.

Großen Einfluss auf die Faserverdaulichkeit hat das Lignin, da es sich mit anderen Zellwandbestandteilen eng verbinden kann. Diese bieten der Pflanze zwar Stabilität, verringern aber die Faserverdaulichkeit, je stärker diese Komplexe ausgebildet werden. Die Pansenmikroben haben es dann immer schwerer, die Fasern aufzuspalten. Infolgedessen verlangsamt sich die Pansenpassagerate und der Anteil nicht genutzter Nährstoffe steigt, wenn nach 48 Stunden der Futterbrei weitergeleitet wird. An heißen Tagen nehmen Kühe bis zu 10 % weniger Futter auf und bewegen sich weniger, gleichzeitig atmen und schwitzen sie mehr. Dadurch verlieren sie Energie und Mineralstoffe.

Fermentationswärme: Warum die Verdauung zusätzliche Wärme erzeugt

Je geringer die Faserverdaulichkeit des Grundfutters, desto mehr Wiederkauarbeit ist erforderlich und desto länger sind die Pansenmikroben mit dem Faserabbau beschäftigt. Bei Milchkühen kann der Energieverlust durch Wärmeproduktion bei der Verstoffwechselung der Nährstoffe bis zu 31 % betragen. Sechs bis 12 % davon sind der Fermentationswärme zuzuschreiben.

Energieverluste durch Wärme auf Kosten von Leistung und Gesundheit

Bei Bullen fallen die Werte für die Wärmeproduktion und den Anteil an Fermentationswärme etwas geringer aus, da hier meist faserärmere Rationen mit höherem Kraftfutteranteil eingesetzt werden.  

Auch bei Jungrindern sind die Werte geringer als bei den Milchkühen. Dies liegt daran, dass sich beide Tiergruppen noch im Wachstum befinden und die Energieeffizienz höher ist. Daher ist bei Bullen und Jungrindern eher von 20 bis 25 % Energieverlusten durch Wärmeproduktion auszugehen, wobei die Fermentationswärme vier bis acht Prozent ausmacht.

 Diese Energie fehlt dann, je nach Lebens- und Leistungsphase, für Milchleistung, Tageszunahmen oder das Immunsystem.

Wie Rinder überschüssige Wärme abgeben

Um eine Überhitzung zu vermeiden, müssen Rinder die bei Stoffwechsel und Verdauung entstehende Wärme abgeben. Mit steigenden Umgebungstemperaturen wird diese Wärmeabgabe jedoch zunehmend eingeschränkt. Zunächst erhöhen die Tiere die Hautdurchblutung durch eine Erweiterung der Blutgefäße. Reicht dies nicht aus, verstärken sie die Verdunstungskühlung durch Schwitzen und eine erhöhte Atemfrequenz bis hin zum Hecheln.

Weniger Futteraufnahme bei Hitze durch höhere Fermentationswärme

Da die Verdauung der Faser zusätzliche Fermentationswärme produziert, reduzieren die Tiere oftmals die Futteraufnahme. Dadurch kommt es in weiterer Folge zu geringeren Leistungen und einem Absinken des Pansen-pH-Wertes.

Wie kann die Faserverdaulichkeit beeinflusst werden?

Die Verdaulichkeit der Faser wird maßgeblich durch die Sortenwahl beim Silomais sowie die Zusammensetzung des Gräserbestandes im Grünland und den Erntetermin beeinflusst. Durch die Kenntnis der Faserverdaulichkeit kann die Ration optimal abgestimmt werden. Die Futtermittelanalyse nach CNCPS gibt Auskunft über die Verdaulichkeit und in der CNCPS-Rationsberechnung wird die Ration daran angepasst. Durch die Erzeugung hochverdaulicher Grundfutter (Sortenwahl, Erntetermin, optimale Silierung) erhöht sich die Energieausbeute für das Tier (weniger “Ligninkäfige” = mehr Energie aus dem gleichen Futter).

Die Energieverluste durch die fermentationsbedingte Wärmeproduktion im Pansen werden reduziert, da die mikrobielle Fermentation effizienter abläuft und die Passagerate des Futters erhöht wird. Dadurch steigt die Futteraufnahme. Die Verdauung im Pansen kann gezielt durch Lebendhefen oder RumenSAN® (enthalten in der Sano Mipro®-Linie) unterstützt werden.

Die bei der Verdauung der Faser produzierte Wärme belastet das Tier an heißen Tagen zusätzlich. Hochverdauliche Grundfutterkomponenten können dies abfedern.

Möchten Sie die Faserverdaulichkeit Ihrer Silagen genauer kennen und das Leistungspotenzial Ihres Grundfutters besser ausschöpfen? Ihr:e persönliche:r Sano-Fachberater:in berät Sie gerne zu Analysen, Rationsgestaltung und Optimierungsmöglichkeiten für Ihren Betrieb.

 

Jetzt Kontakt aufnehmen

Produktgalerie überspringen

Produktempfehlungen

Mipro RB 600®
Mipro RB 600®
Produktnummer: S20431000
Mineralfutter-Komplettlösung für Kühe mit funktionellen Wirkstoffen für die Laktation bei Voll-TMR inklusive Katalysator für Pansenmikroben und Pansenpuffer