Expertentipp: Kälberdurchfall vermeiden
Vorbeugen ist besser als heilen: Die Behandlung von akut an Durchfall erkrankten Kälbern verursacht höhere Kosten als Prophylaxemaßnahmen. Lesen Sie im Folgenden über Ursachen, Folgen und effektive Behandlungsmöglichkeiten.
Durchfall ist die Hauptursache für Kälberverluste in den ersten Lebenswochen. Er verursacht neben dem zusätzlichen Betreuungsaufwand auch hohe wirtschaftliche Verluste. Kälber sind aufgrund ihres noch unreifen Immunsystems und der geringen körpereigenen Reserven besonders anfällig. Durchfallerkrankungen führen bei Kälbern generell zu erheblichen Einbußen in der täglichen Gewichtszunahme und hemmen ihre weitere Entwicklung. Je nach Intensität der Erkrankung können die bleibenden Schäden so gravierend sein, dass diese Tiere zeitlebens auffällig sind.
Kälberdurchfall ist eine Faktorenerkrankung, das heißt die Entstehung wird durch mehrere Faktoren begünstigt. Ausgelöst werden kann Kälberdurchfall durch infektiöse und nicht infektiöse Faktoren. Die häufigsten infektiösen Durchfallerreger sind Rota- und Coronaviren, Protozoen wie Eimeria spp oder Kryptosporidien sowie Bakterien wie Clostridium perfringens.
Als Partner in der modernen Tierernährung steht Sano Ihnen zur Seite und hat die wichtigsten Tipps zum Thema "Durchfall bei Kälbern" für Sie zusammengefasst.
Die negativen Auswirkungen von Kälberdurchfall:
Vom Flüssigkeits- und Elektrolytverlust bis zur Übersäuerung:
- Die größte Gefahr im Zusammenhang mit Durchfall ist der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
- Bei einem mittelschweren Durchfallgeschehen verliert ein Kalb ca. 10 % des Körpergewichts zusätzlich an Flüssigkeit. Das bedeutet neben dem normalen Bedarf von rund vier Litern Flüssigkeit, kommen die Verluste noch dazu. Daraus ergibt sich ein Flüssigkeitsbedarf von rund acht bis zehn Litern. Die Milchgabe während dem Durchfallgeschehen muss beibehalten werden, um den Energiebedarf zu decken.
- Durch den starken Wasserverlust (Dehydration) über den Darm verliert das Kalb unter anderem große Mengen an Natrium, Kalium, Chlorid und Puffersubstanzen
- Bicarbonat ist verantwortlich für die Pufferung von Säuren im Blut, aufgrund von Verlusten über den Kot sinkt der Blut-pH Wert: das Kalb übersäuert
- Lebensbedrohliche Folgen: Schwäche, Appetitlosigkeit und Kreislaufprobleme
- Behandlung: Puffersubstanzen wie Calf digest® zur Neutralisierung der Säuren, damit das Kalb wieder Flüssigkeit aufnimmt.
Reduzierte Energie- und Nährstoffaufnahme:
- Viele Durchfallerreger greifen die Darmepithelzellen an, dadurch sterben diese ab, was die Oberfläche für die Nährstoffaufnahme reduziert
- Entzündete, geschädigte oder abgestorbene Darmschleimhaut reduziert die Nährstoffaufnahme und damit die Energieaufnahme, geringere Tageszunahmen und eine verzögerte Entwicklung sind die Folge
Schwächung des Immunsystems:
- Kälberdurchfall erhöht die Gefahr von Lungenentzündungen um das 18-fache, da geschwächte Kälber anfälliger für Sekundärinfektionen sind
Langfristige Folgen:
- Geringere Milch- und Mastleistungen
- Verschiebung des Erstkalbealters um durchschnittlich ca. 1,3 Monate
- Anstieg der Remontierungsrate um bis zu 9 %
- 2,5-mal höhere Abgangswahrscheinlichkeit bei Erstkalbskühen
Erreger und Symptome von Kälberdurchfall
Abbildung 1 zeigt Erreger von Kälberdurchfall und ihr typisches Vorkommen. Anhand der Symptome und des Kotbildes können Rückschlüsse auf die Ursache gezogen werden. Im Sano Fütterungskonzept für Kälber & Jungvieh erhalten Sie weitere Informationen, wie Sie die Erkrankungen zuverlässig erkennen.
Abbildung 1: Erreger von Kälberdurchfall und deren Symptome.
Tipps zur Vermeidung von Kälberdurchfall:
- Optimale Hygienebedingungen in den Kälber-Iglus und in der Gruppenhaltung.
- Rein-Raus-Prinzip: Entmisten, reinigen und desinfizieren der Ställe nach jedem Tier / Durchgang.
- Immunstatus der Kälber durch eine Schutzimpfung der Muttertiere verbessern.
- Licht, frische Luft und ausreichend sauberes Trinkwasser.
- Hitzestress vermeiden durch eine ausreichende Belüftung.
- Optimale Kolostrumversorgung:
- Innerhalb der ersten drei Stunden mindestens 200 g Immunglobulin G. Das entspricht bei guter Kolostrumqualität (> 60 g IgG / L) einer Kolostrummenge von mindestens 3,5 Litern.
- Qualität des Kolostrums mit einem Kolostrometer oder Brix-Refraktometer überprüfen.
- Wenn die Qualität des Kolostrums nicht ausreicht, muss dieses Aufgewertet werden mit Cotosan Plus®.
- Gute Tierbeobachtung und frühzeitiges Handeln:
Bei dünnem Kot oder leichtem Durchfall sofort Maßnahmen einleiten:
- Sano Durchfallstopp Antilaxan® in die Milch mischen.
- Zwischen den Mahlzeiten Elektrolyttränken(Sanolyte®) anbieten.
- Puffer-Bolus Calf digest® verabreichen.
- Hochwertige Milchaustauscher und Kälberstarter, wie Meggi Müsli®, für eine optimale Entwicklung verwenden.
Bei Fragen zur Kälbergesundheit und Strategien zur Vermeidung von Durchfallerkrankungen bei Ihren Kälbern wenden Sie sich an Ihre:n Fachberater:in.