Was ist CNCPS? Das Cornell-System einfach erklärt
CNCPS (Cornell Net Carbohydrate and Protein System) ist ein an der Cornell-Universität in den USA entwickeltes Rationsberechnungs-Modell, das aufgrund der Tier-, Umwelt- und Futtermittelparameter die Leistung, Futtereffizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit genau vorhersagt. Es ist ein Modell, das neben den chemischen auch die dynamischen Eigenschaften von Futtermitteln untersucht. Basierend auf der bewährten Weender-Analyse und der Detergentienanalyse nach Van Soest, wird es erweitert durch die genaue Betrachtung der Verdauungsvorgänge im Pansen.
In der Futteranalyse und Rationsberechnung werden Bedarf und Versorgungslage der Tiere berücksichtigt: Die Futteraufnahme, ruminale Fermentation von Protein und Kohlenhydraten, Verdauungs- und Absorptionsvorgänge im Darm, Nährstoffbedarf und -ausscheidungen sowie Haltungs-, Leistungs- und Umwelteinflüsse.
- Rohprotein (XP): Repräsentiert das Protein auf Basis des Gesamt-Stickstoffgehaltes der Probe. Enthält neben dem Reinprotein auch den Nicht-Protein-Stickstoff.
- ADF: Saure Detergentienfaser. Faserbestandteile, die in saurer Detergentienlösung nicht lösbar sind. Vor allem Lignin.
- aNDF: Neutrale Detergentienfaser. Faserbestandteile, die in neutraler Detergentienlösung nicht lösbar sind. Dazu gehören Hemicellulose, Cellulose und Lignin.
- NDF Verdaulichkeit: Anteil der Faserbestandteile der NDF, welche innerhalb der angegebenen Zeit von der Kuh verdaut werden können.
- uNDF: Anteil Faserbestandteile der NDF, welche innerhalb der angegebenen Zeit nicht verdaut werden können. Bildet das Gegenstück zu NDF-Verdaulichkeit.
- Zucker (Ethanol- und wasserlöslich): Anteil an Zucker, welcher sich in Wasser bzw. in 80% Ethanollösung löst.
- Stärke: Stärkegehalt der Probe.
- Stärke-Verdaulichkeit: Abbaugeschwindigkeit der Stärke im Tier.
Im Verlauf der Maissilagelagerung verändert sich die Verdaulichkeit der im Mais enthaltenen Stärke. Das hat Auswirkungen auf die Wahl zusätzlicher Futtermittel. Mithilfe der CNCPS-Futteranalyse können Sie so gezielt Futtermittel einsetzen.
- Flüchtige Fettsäuren: Entstehen durch Kohlenhydratabbau während des Siliervorgangs. Dienen der Qualitätsbeurteilung des Siliervorgangs.
- Milchsäure: Entsteht durch Kohlenhydratabbau während des Siliervorgangs.
- Essigsäure: Hohe Gehalte bedingt durch lange Feldliegezeiten, lange Befülldauer und zu langsame Ansäuerung.
- Buttersäure: Entsteht durch zu nasses, verschmutztes Siliergut, geringen Zuckergehalt und/oder zu geringen Besatz an Milchsäurebakterien. Wird von Clostridien gebildet.
- 1,2 Propandiol: Propylenglykol. Wird durch heterofermentative Milchsäurebakterien gebildet.
- Aminosäuren - absolut: Absoluter Gehalt der essenziellen, semi- und nicht essenziellen Aminosäuren in der Probe.
- NH3: Ammoniakgehalt der Probe.
- Aminosäuren – ideale Verdaulichkeit: Anteil der einzelnen essenziellen, semi- und nicht essenziellen Aminosäuren, der im Dünndarm (Ileum) verdaulich ist. Tierartspezifisch für Schwein und Geflügel.
- NIRS Analyse Resultate: Gehalte der Rohnährstoffe in der Probe.
- Phosphat (P2O5): Gesamtgehalt an Phosphat in der Probe. Nutzbar für die Stoffstrombilanz.
- Stickstoff (N): Gesamtgehalt an Stickstoff in der Probe. Nutzbar für die Stoffstrombilanz.
- Energiebewertung: Energetische Bewertung der Probe spezifisch für Sauen, Mastschwein, Geflügel und Wiederkäuer.